Vom Mitglied zum dualen Studenten: Interview mit Lionel „Lio“ Tshimenga
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Aktualisiert: vor 2 Stunden
Wer bist du?
Stell dich kurz vor: Wie alt bist du, wo kommst du her und was machst du, wenn du nicht in der Akademie bist?
Mein Name ist Lionel Chris Tshimenga, ich bin 29 Jahre alt, bin gebürtig aus Ratingen und meine Wurzeln liegen im Kongo. Wenn ich nicht in der Akademie bin, lege ich als DJ auf, bin am studieren und gehe ins Fitnessstudio oder zum Tanzen.
Viele kennen dich schon als „Lio“ aus dem Kindertraining. Wie bist du damals zur Akademie gekommen?
Damals hatte ich einen Tiefpunkt in meinem Leben. Ich war übergewichtig und über einen längeren Zeitraum unzufrieden. Ich wollte Veränderung, weg von etwas Bekannten und hin zu einer neuen Herausforderung. Daher bin ich vom Boxen zur Kampfkunst Akademie Ratingen gewechselt.Von Wing Chun/ Wing Tsun und dem Standort habe ich bereits schon als Schüler gehört und ein Klassenkamerad hat sogar hier trainiert. An diese Erinnerung habe ich angeknüpft und wollte mich intensiver mit meinem Körper beschäftigen, da Kampfkunst meine Motorik und Bewegungen vor unbekannten Herausforderungen stellt, die ich entdecken und beherrschen möchte.
Was war dein erster Eindruck vom Training, und was hat dich dabeibleiben lassen?
Mein erster und impulsivster Eindruck ist die gesunde Atmosphäre in der Akademie. Freundlichkeit und guter Umgang ist hier Alltag und nicht personen- oder tagesabhängig. Wenn ich neugierig war und Fragen hatte, wurden diese stets bestmöglich beantwortet. Vor allem habe ich gemerkt, dass der Wissenstransfer mittelfristig bis langfristig gedacht ist. Und mit den Tipps von Sifu und Si-Hing, habe ich es stressfrei und ohne Jojo-Effekt geschafft in einem Jahr 30 kg abzunehmen. Von 118kg auf 88kg. Die Kombination aus Selbstverteidigung, Fitness und Mindset-Training, hat mitgeholfen meine Disziplin zu halten und auch mit Geduld auf meinem Plateau zu verbleiben, da ich über 10 Jahre zuvor keinen sportlichen Körper mehr hatte. Ich hatte das Gefühl, dass dies der richtige Ort ist für einen Wendepunkt in meinem Leben und meine Persönlichkeitsentwicklung.
Lionel Tshimenga im Interview mit Sifu Tobias Kleinhans zu seinem dualen Studium zum Sportökonom in der Kampfkunst Akademie Ratingen.
Dein Weg zur Kampfkunst
Welche Erfahrungen hast du mit Kampfkunst oder Sport gemacht, bevor du hier angefangen hast?
Bevor ich hier angefangen habe, hatte ich keine Erfahrung mit Kampfkunst. Lediglich nur Erfahrung aus 4 Jahren Boxen auf Amateur-Niveau.
Gab es einen Moment, in dem dir klar wurde: „Das will ich nicht nur als Hobby machen“?
Über eine Potenzialanalyse habe ich erfahren, dass meine soziale Ader sehr stark ausgeprägt ist im naturellen Stil. Daher war mir klar, dass ich ein Menschen-Mensch bin. Grundsätzlich habe ich mein Interesse in der Akademie kund getan, dass ich mich in diese Richtung engagieren will. Zudem ist es mein Wunsch ein anerkannter Ausbilder zu sein, da es für mich das Fundament von allem darstellt. Später wurde ich angesprochen, ob ich bei den Kindergruppen assistieren möchte. Anfangs wollte ich nur bei den Drachen assistieren. Als mir aber klargemacht wurde, dass wenn ich Kinder trainieren und ausbilden kann, ich wirklich ausbilden und trainieren kann, habe ich mich auch getraut bei den Tigern und später bei den Pandas zu assistieren, da alle unterschiedlich sensibel sind. Als ich gemerkt habe, dass die Arbeit so viel Spaß macht, weil hier eine gesunde Atmosphäre herrscht und die Kinder alle gut erzogen sind und diese Kultur und Atmosphäre im Kern der Akademie verankert ist, war es ein leichter Schritt mich für das Studium innerhalb der Akademie zu entscheiden und mein Hobby zum Beruf zu machen. Sprich weg von nur für sich selber trainieren und bisschen helfen, zum ausbilden, trainieren und Experte sein. Zumal fördert und bildet die Kampfkunst Akademie Ratingen ihre Mitarbeiter zu Leitungs- und Führungskräften aus.
Das duale Studium
Du studierst jetzt Sportökonomie (Bachelor of Arts) im dualen Modell. Erklär das mal so, dass es auch jemand ohne Studienerfahrung versteht: Wie läuft das ab, und was lernst du dabei?
Warum hast du dich für ein duales Studium entschieden und nicht für ein klassisches Vollzeitstudium?
Ich habe zuvor in Teilzeit studiert und gemerkt, dass weder der Studiengang noch die Hochschule für mich passend ist. Für ein duales Studium habe ich mich entschieden, da ich mehr im Betrieb sein möchte, um etwas zu bewirken und voran zu bringen. Da ich schon etwas studiert habe, war es mir wichtig vernünftig in den Studiengang eingewiesen zu werden und ein einfaches und verständliches Lernmodul nutzen können. Beides war bei der Dhfpg gegeben.
Warum gerade bei uns in der Akademie?
Hier kann ich mein Hobby zum Beruf machen. Ich habe die Akademie primär als Kunde kennengelernt und wurde unbewusst bewusst schrittweise in den inneren Kreis gezogen, bis ich gemerkt habe, dass ich mich vollständig mit der Akademie und der Vision identifizieren kann. Dadurch muss ich kein Spagat machen, falls ich mich für was anderes entschieden hätte.
Was gefällt dir an dem Fach Sportökonomie, was interessiert dich daran am meisten?
Am meisten interessiert mich, dass ich diesen Studiengang nicht nur für den Betrieb nutzen kann, sondern auch meine andere Leidenschaft Fußball mit diesem Studiengang abgedeckt wird. An Veranstaltungen wie Olympia, WM & EM aus verschiedenn Sportarten mitwirken zu können oder grundsätzlich für Verbände und Vereine wie DFB, UEFA, Fortuna Düsseldorf usw. arbeiten zu können aufgrund dieses Studium ist hochinteressant und war mir so nicht bewusst. Da ich mit diesem Studiengang nicht der klassische BWL-Er bin, wie man es sonst kennt.
Deine Rolle in der Akademie
Was wird man dich in der Akademie machen sehen, im Training und auch hinter den Kulissen?
In der Akademie wird man mich sehr oft mit einem Tablet in der Hand sehen oder noch häufiger auf der Trainingsfläche mit den Kindern und Eltern (bei der Panda-Gruppe). Meistens bin ich das erste Gesicht, was die Mitglieder sehen, wenn sie an der Tür klingeln, die Treppe hochkommen und motiviert oder diszipliniert zum Training erschienen sind. Zudem rede, erkläre und motiviere ich die Kinder gerne während des Trainings. So haben die Kinder die Möglichkeit sich während des Trainings schneller zu verbessern und sollten sie mal außerhalb der Akademie in eine Not- oder Stresssituation geraten, wirkt meine Stimme evtl. im Hinterkopf als Stütze, wenn es bedeutet das Gelernte abrufen zu müssen. Hin und wieder wird man mich auch in den Kindergärten oder Schulen sehen, in denen ich Kurse leite. Sprich: Einige Kinder sehen mich in ihrem täglichen Umfeld.
Worauf freust du dich in deiner neuen Rolle am meisten?
Ich freue mich darauf meine Reise zum schwarzen Gürtel offiziell antreten zu dürfen und ein anerkannter Lehrer und Si-Hing in der Akademie zu werden. Ich mag es mit Fleiß, Leistung und Fortschritt zu trainieren. Dies möchte ich vorleben und den Kindern weitergeben.
Wovor hast du Respekt, oder was wird für dich eine echte Herausforderung?
Ich habe großen Respekt davor, dass Sifu den 5. Meistergrad hat. Dies verrät mir, dass er kein einfacher Schwarzgurt oder Sifu ist, sondern sich intensiver mit der Kampfkunst auseinander gesetzt hat. Spricht, es gibt sehr viel zu lernen. Zudem ist es eine echte Herausforderung zu wissen, dass die Erwachsenenwelt vielfältiger ist als die Kinderwelt und es sehr viele starke Menschen gibt. Dies verdeutlicht mir selber wie ich mit meiner Angst und Furcht umzugehen habe und auch bewusste Maßstäbe habe, wenn ich den Schwarzen Gürtel haben will. Einige Erfahrungen werden schmerzhaft, aber gut für mich sein, denn auch ich muss meine Komfortzone verlassen, um über mich hinauszuwachsen.
Was ist dir im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen besonders wichtig?
Als Jugendlicher habe ich mir versprochen, dass ich ein Erwachsener sein möchte, den ich mir selbst als Hilfe in meiner Jugend gewünscht habe. Viele Kinder und Jugendliche haben oft kein Bewusstsein oder keine Erfahrung und dies sollte man ihnen nicht vorhalten. Wichtig ist für mich, jedem ein positives Gefühl zu geben, dass er willkommen ist, mich immer ansprechen als auch mit mir trainieren kann und mich ebenfalls mit einem positiven Gefühl verbindet, da ich mich mittlerweile echt freue, die Kinder über einen längeren Zeitraum zu trainieren und Fortschritte anzumerken, die sie selber oft naturell gar nicht wahrnehmen.
Was möchtest du den Eltern sagen, die ihre Kinder bei uns ins Training bringen?
Wichtig ist dem Kind Zeit zu geben. Der Raum ist neu, die Kinder und vor allem ich als Person. An alles muss man sich erstmal gewöhnen als Kind. Vieles entwickelt sich mit Zeit & Wiederholung ganz naturell und das Kind wird selbstbewusster, was klar spürbar und erkennbar wird. Das Gefühl „Ich kann das“ „Ich schaffe das“ „Ich gebe niemals auf“, „Ich werde stärker und stärker“ ist gelebte Kultur und mit Gleichgesinnten einfacher auszuleben. „Zudem wird das Selbstbewusstsein dadurch bestärkt, wenn das Kind versteht, dass jeder Fehler machen darf. Denn Übung macht den Meister.
Persönlich und Ausblick
Was hat dir die Kampfkunst bisher persönlich gebracht, im Training und auch außerhalb?
Ich habe eine starke und positive Persönlichkeitsentwicklung hinter mir und kann tatsächlich mehr Verantwortung tragen als ich mir vor Jahren selber zugetraut hätte. Hier kriege ich wirklich die Möglichkeit über mich hinauszuwachsen. Vor allem durch die vielen Gespräche mit Sifu. Hier wird nicht manipuliert oder eine Meinung aufgedrückt. Hier wird reflektiert, ehrliche Meinungen und Feedbacks ausgetauscht und der Fortschritt gefördert. Vor allem das Mindset.
Wo siehst du dich in drei bis fünf Jahren?
Abgeschlossener Bachelor, Schwarzer Gürtel, Status als Lehrer, Aufbau eines weiteren Standorts bzw. einer Schule
Zum Schluss ein paar Kurzfragen, bitte nur ein Satz oder ein Wort:
Lieblingstechnik oder Lieblingsübung: Umschubsspiel im Stand
Das beste Training ist eins, in dem … man ins schwitzen kommt
Ein Satz, den du von mir im Training öfter hörst: Machen!
Wenn du nicht Kampfkunst machen würdest, dann … würde ich immer noch derselbe sein!
Gibt es noch etwas, das du den Mitgliedern unbedingt sagen möchtest?
Nichts ist verpflichtend, aber wenn man dem Ganzen eine Chance gibt und eine gesunde Atmosphäre zu schätzen weiß, seine Komfortzone verlässt, ergibt sich vieles von selbst und man lernt zu schätzen, was dieser Raum hier bietet. In meinem Fall als Studieninteressierter zum dualen Student. Vom Hobby zum Beruf.
Deine Fragen an Lio – und dein eigener Weg in der Akademie
Du möchtest Lio etwas zu seinem Weg, seinem Studium oder seiner Arbeit in der Akademie fragen? Schreib deine Frage gerne unten in die Kommentare oder schick sie uns per WhatsApp oder über das Kontaktformular.
Vielleicht hat dich das Interview auch neugierig gemacht, selbst im Unterricht zu unterstützen, zu assistieren oder Ausbilder zu werden. Dann melde dich ebenfalls gerne über einen dieser Wege bei uns – auch wenn du erst einmal herausfinden möchtest, ob das etwas für dich ist. Gemeinsam besprechen wir, welche Möglichkeiten es gibt und wie dein erster Schritt aussehen könnte.
Wir freuen uns auf deine Fragen und dein Interesse!
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